Tauplitz Nikolospiel

         

 

Bei der Nikolaus Spielgruppe Tauplitz wirkten am 5.12.2014 an die 60 maskierten Männer mit. Der Nikolozug ging am Vorabend des Hl. Nikolaus vom Gasthof Thomahof  durch die Kirchengasse zum Tauplitzer Dorfplatz. Ausgehend von den Klosterschulen entwickelte sich seit Mitte des 17. Jahrhunderts der Einkehrbrauch. Begleitet von Schreckgestalten, Teufeln und Tiermasken (Habergeiß), prüft und beschenkt der Heilige Nikolaus die Kinder, während die Unartigen vom Krampus bestraft werden. In der Gegenreformationszeit entstanden Stubenspiele, die bis heute z.B. in Bad Mitterndorf, Tauplitz, Öblarn, Pichl-Kainisch, im Bundesland Salzburg und in Tirol existieren.
Das Spiel ist in seinem Kern eine recht deftige religiöse Belehrung für Kinder und für Erwachsene. So wendet sich der Bischof Nikolaus gleichermaßen an die Kinder und an die Eltern. Luzifer wiederum wendet sich an die Eltern und bekrittelt zum Beispiel die schlechte Erziehung der Kinder. Im Spiel geschieht eigentlich eine andauernde „Schwarz-Weiß“- Malerei.

Der Himmel wir den Braven und Frommen und die Hölle für die Bösen in Aussicht gestellt. Dadurch bekommt das Spiel eine große Aussagekraft die eine Läuterung im Publikum auslösen soll. Vor allem die grauenvollen Drohungen des Luzifers sollen eine Umkehr in den Herzen und Seelen der Zuschauenden bewirken.
Im Hintergrund steht gewissermaßen eine Zuckerbrot-und-Peitsche-Konstruktion. Die braven Kinder bekommen vom Nikolaus etwas geschenkt, damit sie hoffentlich weiter brav und fromm bleiben und ihren religiösen Fleiß noch steigern. Die Erwachsenen werden von Luzifer zuerst handfest bedroht und später vom Bischof Nikolaus ermahnt. Eine solche dauernde Behelligung mit Predigten, Appellen und Drohungen würde wahrscheinlich nicht gut ankommen, wäre da nicht noch ein Aspekt.  So darf auch die Unterhaltung nicht zu kurz kommen. Die musikalische Begrüßung, der Auftritt der Schab, das Schuster – Schneider Spiel, das Sommer-Winter-Spiel, aber auch die Aktionen von Habergeiß und Schmied sind zur Auflockerung und zur Unterhaltung eingebaut.

Die Ausstellung bei der Familie Gruber im „Gasthof Thomahof“ zeigt eine der letzten noch erhaltenen und gepflegten Volksschauspiele (Nikolospiele) im Alpenraum. Besichtigen kann man die Figuren und Masken der Nikolospielgruppe nach Voranmeldung das ganze Jahr über. Es gibt 60 Holzmasken, die alle von einheimischen Künstlern in Handarbeit geschnitzt wurden, zu begutachten. Weiters können einige lebensgroß aufgebaute Spielfiguren (z.B. Strohschab 6m Höhe) hautnah bestaunt werden.

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