Öblarner Krampusspiel Oeblarn Krampusse

         

 

 

Auf dem sehr schönen barocken Dorfplatz in Öblarn wird alljährlich das beliebte Krampusspiel aufgeführt. Es zeigt die Abendstunden einer Bauernfamilie am Krampustag, das Treiben in der Stube mit dem unruhigen Warten der Kinder und dem Besuch der Nachbarn. Alle Kinder und Erwachsene können unbesorgt diese Veranstaltung besuchen, denn die Rute kommt nicht zum Einsatz. Die Rute war und ist ein Symbol der Fruchtbarkeit und wird nicht zur Züchtigung eingesetzt. Dieses Schauspiel aus dem 18. Jahrhundert vermittelt nicht Gewalt sondern altes Brauchtum zum Angreifen. Es zählt zu den letzten Volksschauspielen dieser Art in der Steiermark und ist besonders bei Familien mit Kindern sehr beliebt. So wird ein Stück steirisches Volksschauspiel liebevoll gepflegt und alljährlich Anfang Dezember zur Aufführung gebracht.

Den Anfang machen die „Schab". Das sind seltsame in Stroh gehüllte Gestalten mit meterlangen Hörnern. Sie symbolisieren mit ihren Strohgewändern die vegetationslose Zeit des Winters. Der Takt der mit den Peitschen geschlagen wird erinnert an die Dreschflegel mit denen die Bauern früher die Körner aus dem Getreide geschlagen haben. Das Streitgespräch zwischen Sommer und Winter wird erst wieder seit den letzten Jahrzehnten aufgeführt. In ihrem Streitgespräch will jeder dem anderen zeigen, dass die Menschen seine Jahreszeit lieber haben. Am Ende gewinnt der Winter als Herrscher die Oberhand. Der Text ging nach dem 2. Weltkrieg verloren, da einige Darsteller aus dem Krieg nicht mehr heimgekommen sind. Nach und nach ist es durch Recherchen in der ortsansässigen Bevölkerung gelungen die Textfragmente wieder für das Krampusspiel zu finden.

Nach getaner Arbeit hat sich die Bauernfamilie um den Tisch versammelt. Auch die Nachbarn kommen zu Besuch. Zwei unheimliche Jäger betreten die Stube und kündigen das Kommen der rauen Gesellen an. Mit lautem Getöse öffnen sich die Tore vom Verweser Haus und eine fürchterliche Horde von urtümlichen Gestalten: Krampusse, Habergeiß, Schmied, Tod, Grasteufel, Flechtenmann und Hirsch betritt den Dorfplatz. Der Lärm der schweren Stierschellen und Messingglocken unterstreicht die Urgewalt, die hinter dieser ausdrucksvollen Szenerie steht.
Der Oberteufel Luzifer wird von zwei zotteligen Gesellen an Ketten in Zaum gehalten und lässt sich nur unter Aufbringung aller Kräfte bändigen. Zusätzlich besitzt der Luzifer einen Dreizack. Wer nicht aufpasst kann die Habergeiß übersehen. Eine ziegenähnliche Gestalt, die allerlei Schabernack im Sinne hat und mit ihrem beweglichen Maul blitzschnell allerhand Sachen und dabei besonders gerne die Hauben stibitzt. Mit von der Partie ist auch ein Schmied mit rußgeschwärztem Gesicht und Lederschurz. Mit seinem Hammer nagelte er früher oft Hausbewohner mit den Schuhen am Boden oder mit Kleidungsstücken an den Bänken fest. Jetzt kriecht er wieselflink unter den Zuschauern umher, versetzt dem Einen oder Anderen einen leichten Schlag auf die Füße oder hinterlässt eine schwarze Rußspur auf Händen und Gesicht.

Im Gegensatz zu anderen steirischen Spielen hat der Tod beim Krampusspiel in Öblarn nicht die Rolle des Vollstreckers, um den Bettelmann in die Ewigkeit zu holen. Er ist vielmehr jene Figur, die den Menschen vor Augen führt, dass er ihr ständiger Begleiter ist. Er trägt ein schwarzes Gewand, mit aufgemalten Knochen und einen aus Holz geschnitzten Totenkopf. In der Hand hält er eine Sense, mit der er seine Aussagen und Androhungen unterstreicht. Bevor das Böse endgültig die Oberhand gewinnt erscheint Bischof Nikolaus und bezwingt die dunklen Gestalten. Er verbannt die wilde Schar aus der Stube hinaus und zwingt den Teufel Zerberus vor ihm auf die Knie. Alle anwesenden Kinder werden vom heiligen Nikolaus mit Gaben beschenkt. Am Ende beschließt der Sturm das Spiel er fegt die Bühne leer beschriebt seine unheimliche Kraft und Energie.

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